Nominierungen 2019

Aus knapp 100 Einreichungen wurden 38 Projekte für den Medienkompetenzpreis 2019 nominiert.

Wer sich dort erwähnt findet, kann bereits mit einem gewissen Stolz für sich mitnehmen, dass sein Projekt, sein Produkt oder seine Idee nach einer fachkundigen Vorauswahl als würdig und aussichtsreich eingeschätzt wurde, um länderübergreifend ausgezeichnet zu werden!

Die Preisträgerin oder der Preisträger für das beste Produkt wurde in der Zeit vom 07. Juni 2019 bis einschließlich 16. Juni 2019 durch ein öffentliches Voting ermittelt.

Preisverleihung findet am 22. Juni 2019, um 11.00 Uhr beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in Leipzig (Kantstraße 71-73, 04275 Leipzig) statt.

Die nominierten Projekte nach Kategorien:

Kategorie 1: Bestes Mitteldeutsches Medienkompetenzprojekt für/mit Kinder/n bis 12 Jahre

Ein Tag im Zoo in der Kita (Leipzig, Sachsen)

Bild: Ein Tag im Zoo

Bei einem gemeinsamen Ausflug der Kita "Elefant, Tiger & Knirps" in den Leipziger Zoo nahmen die jüngeren Kinder – nach einer fachkundigen Einführung – ihre Eindrücke in Form von Geräuschen und Tönen auf, während die älteren mit dem Tablet Fotos machten.

Zurück in der Kita wurde beides gemeinsam mit den dortigen Erzieher_innen und den begleitenden Medienpädagog_innen zu einer Hörreise bzw. zu einem Büchlein mit Fotocomics zusammengefügt, bei denen Mensch und Tier mit witzigen Sprechblasen versehen wurden.

Die Eltern konnten die Ergebnisse während eines Sommerfestes mit den Kindern gemeinsam anhören und anschauen.

Die jungen Teilnehmer_innen lernten dabei spielerisch den Umgang mit Aufnahmegeräten und Tablets, lernten verschieden Medienarten kennen, schulten ihr Miteinander und ihre Konzentration und waren kreativ und mit sichtbar viel Freude unterwegs.

Das Projekt entstand unter Mitwirkung von 60 Kindern zwischen drei und sechs Jahren, mit Unterstützung der dortigen Erzieher_innen sowie Medienpädagog_innen des SAEK Leipzig und unter Leitung von Uta Schwager.

Mehr zum Projekt des SAEK Leipzig

 

Die Quatschband Sonnenschein der Montessori-Integrationsschule Erfurt macht interaktive, inklusive Musik von Kindern für Kinder. Die Themen der selbst geschriebenen Lieder handeln mal von lustigen, mal von traurigen, mal von weltenphilosophischen Themen. Jedes Lied ein Blümchen – Anlage an, fertig ist der Strauß der bunten Laune für zu Hause, Kindergarten und Grundschule in sowohl musikalisch als auch pädagogisch wertvollem Gewandt.

Für die notwendige Finanzierung  wurde eine erfolgreiche Crowdfundingkampagne durchgeführt und eigens dafür ein Werbefilm erstellt. Anschließend konnten die jungen Musiker die verschiedenen Etappen einer professionellen Musikproduktion kennen lernen und daran partizipieren.

Initiiert wurde das Projekt durch den Liedermacher und Lehrer Björn Sauer.

Mehr zum Projekt unter quatschband-sonnenschein.de.

Young Urban Cinema

Bild: Young Urban Cinema

Young Urban Cinema ist ein Projekt, bei dem Kinder an einen kritisch-reflektierten Umgang mit dem Medium Film herangeführt werden. Nach der gemeinsamen Sichtung eines Films, wird dieser unter filmpädagogischen Aspekten besprochen und gemeinsam analysiert. Die Ergebnisse werden anschließend vor laufender Kamera präsentiert und diskutiert. Auf der Online-Plattform www.youci.info sind die entstandenen Filmkritiken abrufbar und bilden eine spannende Informationsquelle für filmbegeisterte Kinder und Jugendliche bzw. Eltern.

Initiator ist Michael Harbauer (Geschäftsführer Sächsischer Kinder-und Jugendfilmdienst e. V.). Konzeption und Projektleitung oblagen Kristin Liebig, Franz Müller, Christin Franz und Jasmin Schilde.

Trickbox

Bild: Trickbox

Mit ihrer „Trickbox“ produzieren die Schüler_innen der Grundschule Südwest in Sangerhausen seit 2017 ihre eigenen Trickfilme. Die Schulsozialarbeit in Trägerschaft des CJD Sachsen-Anhalt lässt Schüler_innen dabei zu kleinen Regisseuren werden. Mithilfe eines einfachen Legekonzeptes wird die „Trickbox“ für verschiedenste Unterrichtsinhalte und Altersgruppen angewendet. Die bunten Filmprojekte vereinen damit aktuelle Lerninhalte mit nachhaltiger Medienbildung.

Zentrales Ziel der „Trickbox“ ist es, sich mit der eigenen Mediennutzung auseinanderzusetzen. Die Kinder lernen auf spielerisch-kreative Weise mit dem Medium „Film“ umzugehen. Gleichzeitig lernen sie die Bedeutung von Teamarbeit und Kommunikation innerhalb ihrer Gruppe kennen, denn nur in Zusammenarbeit kann ein guter Film entstehen. Beim Filmen selbst greifen die Schüler_innen auf die ihnen bekannten Medien zurück: Kamera und Smartphone.

Bild: „Die Klimareporter“ – ein Ferienradio zum Jahresthema „Wetter und Klima“

„Wie entsteht eigentlich unser Wetter? Warum spielt das Klima immer mehr verrückt und wie können wir dazu beitragen, es zu schützen?“ Mit solchen Fragen beschäftigten sich die „Klimareporter“ in den Sommerferien 2018 im Wartburg-Radio in Eisenach. Sie besuchten Eisenachs "Wetterfrosch" Eberhard Dachsel und seine Wetterstation, waren im Planetarium in Bad Salzungen und mit dem Thüringer Forstamt Marksuhl im Wald unterwegs. Die Jugendlichen führten Interviews und sendeten als Höhepunkt der Ferienwoche live aus dem Wartburg-Radio über das Erlebte und Gelernte.

Die jungen Teilnehmer_innen beschäftigten sich mit Aufnahmegeräten, Schnittprogrammen, Mikrophon und Mischpult und lernten, wie sie selbst eine eigene Livesendung planen und umsetzen können. Es war nicht nur Teamwork gefragt, sondern sie konnten sich auch ihre eigene Meinung zum Thema Klimaschutz bilden und diese im Wartburg-Radio ausstrahlen.

Das Projekt entstand unter Mitwirkung von 10 Kindern zwischen 8 und 12 Jahren, mit Unterstützung der Medienpädagogin des Wartburg-Radios, der Bürgerstiftung im Wartburgkreis sowie mit zwei ehrenamtlichen Helfern.

ABC der Tiere

Bild: ABC der Tiere

Zwölf achtjährige Schüler_innen der Dresdner Förderschule "Sankt Franziskus" erlernen und bilden unter geschulter Anleitung das ABC nach, in dem zu jedem Buchstaben ein entsprechendes Tier gewählt wird, das von den Schüler_innen auf kreative und individuelle Weise durch kurze Filmclips, Zeichnungen, Lieder, Plakate, Beschreibungen oder Geräusche dargestellt wird.

Dabei wurde den Kindern der Umgang mit Film- und Fotomedien und erste Ansätze für deren Bearbeitung nahe gebracht und zugleich die Stärken der Kinder hervorgehoben, deren Lernfreude gesteigert, Fantasie geweckt und der Zusammenhalt untereinander gestärkt.

Die Idee und Projektleitung lag bei Belkis Föder und Magrit Bennert; unterstützt wurden sie vom SAEK Dresden.

Mehr zum Projekt des SAEK Dresden

Redaktion Grünschnabel

Bild: Redaktion Grünschnabel

Kinder machen Radio für Kinder. Acht bis Dreizehnjährige sind unterwegs um aufzuklären, zu hinterfragen und zu informieren – und das Radiomachen zu lernen.
Grünschnabel stellt eine gelungene Partizipation von Kindern am politischen und kulturellen Leben in der Stadt Halle dar.
Durch die eigenständige Themenwahl und die Möglichkeit journalistisch zu arbeiten, erfahren nicht nur die Kinder eine Förderung. Durch die Radioarbeit entsteht ein Gestaltungsspielraum, der kreativ ausgefüllt wird. Die Kinder entdecken und erfinden ihre eigene Lebenswelt. Dabei setzen sie sich zwangsläufig mit ihrem eigenen sozialen Verantwortungsbewusstsein auseinander, ganz gleich welche Sendungsthemen gewählt werden. Ob Anderssein, Leben im Kloster, Wasser, Herbst, Tod, Schule oder Kinderrechte – an alle Themen nähern sich die Kinder aus ihrer eigenen Perspektive, führen Interviews, organisieren Talkrunden und stellen ihre Ergebnisse selbst im Radio vor.

Das Kinderradio Grünschnabel existiert seit dem Sendestart von Radio CORAX im Juli 2000 und so mancher Grünschnabel aus den vergangenen 19 Jahren ist inzwischen erwachsene Sendungsmacherin.

Filmspaß mit Sir Reitmann

Bild: Filmspaß mit Sir Reitmann

Filme aus der Kinogeschichte sehen, Kriterien der Ästhetik, Handlung, Musik, Dramaturgie, Figuren kennenlernen, um über das Gesehene zu sprechen und – für andere – darüber zu schreiben. Die Motivation: An einem Gewinnspiel teilnehmen, einen Platz in der Kinderjury des Festivals "Goldener Spatz“ erhaschen. Die Entdeckung: Die örtliche Bibliothek als Medienort, als Ort der Kommunikation, als Ort von Spaß und Lernen. Das sind die Ziele von „Filmspaß mit Sir Reitmann“.
Das Projekt bietet ein Filmpaket aus sechs thematischen Filmen, eine Broschüre mit inspirierenden Fragen und Filminfos, einen medienpädagogischen Workshop (Herbstferien) in der örtlichen Bibliothek. Man schaut gemeinsam, spricht über den Film und schreibt eine Filmkritik für Bibliotheksnutzer, denn: Die DVD’s bleiben in der Bibliothek, ergänzen den Medienbestand und erhöhen die Attraktivität.
Ein Angebot umfassender Medienkompetenz-Schulungen der Film-, Kommunikations-, Schreib- und Sprachkompetenz: und nicht zuletzt die Förderung der Institution „Bibliothek“.

Kategorie 2: Bestes Mitteldeutsches Medienkompetenzprojekt für/mit Jugendliche/n von 13 bis 19 Jahre

#NoHateNoFake | Videoblogs von Jugendlichen gegen Hate Speech und Fake News im Netz

Bild: #NoHateNoFake

Wie wollen wir im Netz miteinander umgehen? Wem wollen wir vertrauen? Wie wollen wir das Netz gestalten? Und welche Spielregeln sollen dafür gelten? #NoHateNoFake machte Schüler_innen der Klassenstufen 8 bis 10 fit im Umgang mit Hate Speech und Fake News im Internet. In kleinen Gruppen beleuchteten sie in jeweils drei Tagen einen Themenaspekt und produzierten dazu selbst Clips für einen eigenen Online-Videoblog.

In begleitenden Lehrerfortbildungen wurden auch die Lehrkräfte an das Thema herangeführt und übernahmen anschließend die Administration der Vlogs, die auf einer eigens geschaffenen Projektwebseite hinterlegt sind und über das Projekt hinaus angeschaut werden können.

Projektträger ist das Werk 2, initiiert wurde das Vorhaben von Amelie Hüsni und Friedemann Brenneis; die Projektleitung lag in den Händen von Thomas Rakebrand, Romy Nitzsche und Börge Meyn.

Mehr über das Projekt

Post an Alex - Willkommen in Humboldts Welt

Bild: Post an Alex – Willkommen in Humboldts Welt

Anlässlich des 250. Geburtstags Alexander von Humboldts  initiierte das Thüringer Medienbildungszentrum der TLM in Erfurt gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und (Medien)Pädagog_innen aus ganz Thüringen eine Projektplattform (post-an-alex.de), die sich mit den Forschungsthemen Humboldts befasst.

Der Startschuss fiel am 14. September 2018 mit einer Fortbildungsveranstaltung für Pädagog_innen im Naturkundemuseum Erfurt. Hier wurde das Projekt vorgestellt und in verschiedenen Workshops gab es Anregungen für die medienpraktische Projektarbeit, mit dem Fokus auf Methoden und Techniken, die von Schulen und Freizeiteinrichtungen selbständig umgesetzt werden können.

Danach begann die eigentliche Projektphase. Die verschiedenen Projektgruppen erarbeiteten allein oder mit medienpädagogischer Unterstützung Audios und Videos für die Projektplattform.

Zur abschließenden Kinder-Medien-Uni im September 2019 feiern alle am Projekt beteiligten „Alex‘" 250. Geburtstag“ mit Workshops, Vorträgen und Aktionen – konzipiert und angeleitet von Studierenden der Universität Erfurt.

Der Traum

Bild: Der Traum

Sechs Jugendliche setzten sich im Rahmen eines Trickfilmprojektes auf bewegende wie augenzwinkernde Art mit Problemlagen und Gefühlen ihrer damaligen, psychisch angespannten Lebens- und Erfahrungswelt  auseinander.

Sie erkundeten, wie sie das, was sie bewegt, mittels eines vergleichbar unaufwändigen Mediums zum Ausdruck bringen können und gehen auf kreative, offene sowie beherzte Weise damit um. Zudem lernten sie neben der Handhabung und dem Umgang mit Storyboards die Möglichkeiten kennen, mit Bildern und Musik zu lenken und zu beeinflussen.

Das Projekt wurde durch den SAEK Zwickau unterstützt.

 Der Film "Der Traum" auf YouTube

DOK Spotters/Susann Jehnichen

Bild: DOK Spotters/Susann Jehnichen

Bei den DOK Spotters lernen Jugendliche die Grundtechniken des  journalistischen Arbeitens in inhaltlicher und praktischer Form kennen.

Statt nur zuzusehen probieren sie selbst aus, was es heißt, ein Thema auszuarbeiten und in der Redaktionskonferenz vorzustellen, ein Interview zu führen, eine Umfrage zu machen oder einen Film kritisch zu hinterfragen.

Die Jugendlichen entscheiden selbst, welche Themen sie auf welche Art umsetzen wollen. Gemeinsam verwirklichen sie ihre Beiträge vor und hinter der Kamera und sind auch für den Schnitt, die Postproduktion und den Blog verantwortlich.

Projektleitung und Konzeption übernahm Luc-Carolin Ziemann, die journalistische Leitung bekleideten Katja Schmidt und Christin Schulz. Die Organisatorische Leitung oblag Cornelia Jones. Für die Leitung des Videobereichs zeichnet sich Peter Bauer verantwortlich. Die Leitung des Audiobereichs hatte Robert Mechs inne.  

Mehr über das Projekt auf dok-spotters.de.

Kamera läuft – ein Workshop für junge Schauspieler_innen und Filmemacher_innen

Bild: Kamera läuft – ein Workshop für junge Schauspieler_innen und Filmemacher_innen

Der Filmworkshop versucht mit seiner praxisnahen Umsetzung Kindern und Jugendlichen ab 13 Jahren einen anschaulichen Überblick über die Konzeption und Erstellung eines Kurzfilms zu vermitteln. Die Teilnehmer_innen erlernen dabei auch Softskills, Teamfähigkeit und kreatives Denken. Der Workshop findet seit 2009 jährlich in den Herbstferien an der Jugendherberge Dessau-Roßlau statt und wird von einem kleinen Team ehrenamtlicher Mitarbeiter betreut – zum Teil ehemalige Teilnehmer_innen, die nun ihre Filmerfahrungen weitergeben können.Thema des aktuellen Films „Trendsetter“ ist die Verwirrung, die entsteht, wenn ein Mädchen auf seiner Schulbank eine Rose findet – und nicht weiß, von wem sie stammt. An der Produktion waren 23 Personen – die meisten von ihnen zwischen 14 und 17 Jahren alt – vor und hinter der Kamera beteiligt.

Unter Leitung von Carsten Damm, Alexander Kölling, Elisabeth Soyka und Hans Höpfner. Mit Unterstützung des Offenen Kanals Dessau.

 Der Film "Trendsetter" auf YouTube

Fake News

Bild: Fake News

18 Schüler_innen der Freien Werkschule Meißen setzten sich mit dem Phänomen „Fake News“ auseinander und wagen das Experiment: Schaffen sie es glaubhaft eine Falschmeldung in den Medien und sozialen Netzwerken zu lancieren?

Dazu wurde eine qualitativ hochwertige Reportage erstellt, die darüber berichtet, dass ein neues Medikament zur Steigerung der Leistungsfähigkeit erfolgreich an den Schülern der 9. Klasse getestet wurde. Der Pharma-Konzern, der dieses Medikament entwickelt, übernähme die Schulgebühren der Probanden für ein Jahr.

Die Reportage wird anschließend als echter Tatsachenbericht im Meißen TV und online über soziale Netzwerke verbreitet.

Nach einer gemeinsamen Auswertung der Reaktionen in der Öffentlichkeit wurde der „Fake“ durch einen zweiten Film schließlich aufgelöst.

Michael Klarfeld und Tobias Schumann hatten die Projektleitung inne.

Dokumentation und Auflösung des Projektes auf Facebook

Kulturdetektive auf Spurensuche

Bild: Kulturdetektive auf Spurensuche

2018 galt als Jahr des europäischen Kulturerbes und genau darum ging es auch in dem schulformübergreifenden, crossmedialen Sonderprojekt. Zusammen mit den Medienpädagogen_innen begaben sich die Schüler_innen in vier Einzelprojekten auf Spurensuche, um das gemeinsame kulturelle Erbe Europas und deren Einfluss auf unsere Identität und unsere Region zu erforschen. Neben den Videobeiträgen, die mit Kameras, Tablets und Smartphones aufgezeichnet wurden, entstanden vier Scrollytelling-Blogs unter kulturdetektive.blogspot.com, die sowohl die Projektdokumentationen als auch alle thematisch relevanten entdeckten Inhalte zum Nachverfolgen vertiefen.

Die Kinder und Jugendlichen stärkten somit nicht nur ihre kommunikativen und sozialen Kompetenzen, sondern förderten auch ihr Bewusstsein für die Bedeutung des europäischen kulturellen Erbes auf ihr heutiges Leben.

Die Projekte entstanden von 80 Kindern im Alter von neun bis sechzehn Jahren aus Schulen in Altenburg, Gera, Nöbdenitz und Zeulenroda mit Unterstützung der Lehrerinnen sowie Medienpädagogen des Thüringer Medienbildungszentrums der TLM in Gera.

2018; Jugend Hakt Halle

Bild: 2018; Jugend Hakt Halle

Vom 10.-12. August 2018 fand Jugend hackt bereits zum zweiten Mal im Eigenbaukombinat statt. Es trafen sich 35 Jugendliche und 15 Mentor_innen aus Halle, Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland und setzten in acht Kleingruppen ihre Projektideen in den Kategorien Umwelt &  Verkehr, Gesundheit & Sport, Schule &  Freizeit, Kunst & Kultur sowie Netzpolitik & Überwachung um.

Neben der praktischen Umsetzung der Projekte, ist ein Ziel der Veranstaltung die kritische Auseinandersetzung der Jugendlichen mit ihrer Verantwortung als „Hacker_in“. In einer Diskussionsrunde sprachen die Teilnehmer_innen über ethische Grundsätze für die digitale Gesellschaft.

Nachdem die Jugendlichen das ganze Wochenende und bis tief in die Nacht an ihren Projekten gearbeitet hatten, wurden die fertigen Projektergebnisse und Prototypen am Sonntag in einer öffentlichen Abschlusspräsentation in der Theatrale in Halle den Eltern und Geschwistern, interessierten Besucherinnen, wie auch per Livestream dem überregionalen Publikum vorgestellt.

Mehr zum Projekt Jugend hakt in Halle 2018

Kategorie 3: Bestes Mitteldeutsches Medienkompetenzprojekt für/mit Erwachsene/n

Gemeinsam in die digitale Welt

Bild: Gemeinsam in die digitale Welt/Kristina Barczik

Durch das Projekt wurden zehn Personen im Ruhestand zu sog. Technikbotschafter_innen angeleitet und in die Lage versetzt, ihr erworbenes Wissen im Umgang mit Smartphones und Tablets an ältere Personen im ländlichen Raum zu vermitteln, um wiederum deren Teilhabe am digitalen Wandel zu befördern.

Zudem wurden Handbücher und Schulungsunterlagen erstellt, die den Teilnehmenden zur Unterstützung ihres Trainings und ihres späteren Einsatzes als Technikbotschafter_in dienen.

Die auf diese Weise qualifizierten und in ihrem Engagement und Selbstvertrauen gestärkten Senior_innen schulten anschließend in 14 Kursen insgesamt 96 Kursteilnehmer zu alltagsrelevanten Nutzungsformen und Themen wie: Betriebssysteme, Handhabungen, Installationen oder Datenschutz.

Das Vorhaben wurde initiiert durch Frau Kristina Barczik vom Medienzentrum der TU Dresden, unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Köhler und in Kooperation mit der Volkshochschule Zwickau und dem Sächsischen Volkshochschulenverband.

Mehr zum Projekt

„Wo warst du am 9. November 1989?“ - Ein Projekt der Seniorenredaktion zu „30 Jahren Mauerfall“

Bild: „Wo warst du am 9. November 1989?“ – Ein Projekt der Seniorenredaktion zu „30 Jahren Mauerfall“

„Wo warst du eigentlich am 9. November 1989“, war die Frage, die sich die Mitglieder der Seniorenredaktion des Wartburg-Radios Anfang des Jahres bei einer Redaktionssitzung stellten.

Sofort wurden Erinnerungen ausgetauscht, Emotionen kamen auf und es wurde so viel erzählt, dass klar war – da muss ein Projekt fürs Radio her. Die Idee für ein Feature war geboren. Kurze Zeit später trafen sich die Radiomachenden, um ihre Erinnerungen aufzuzeichnen. Die Talks wurden im Studio gemeinsam geschnitten, Texte geschrieben und Zitate, historische O-Töne sowie passende Musik gesammelt.

Die Redaktionsgruppe produzierte den Beitrag gemeinsam im Studio. Entstanden ist ein emotionales Zeitzeugenfeature über einen sehr bedeutenden Tag unserer Geschichte. Die älteren Teilnehmer haben gelernt, wie ein komplexes Thema sendetauglich geplant und mittels Audioschnitt fürs Radio umgesetzt werden kann.

Das Projekt entstand auf Initiative der Seniorenredaktion. Durch das Team des Wartburg-Radios erfolge die medienpädagogische Unterstützung.

 Ich höre was, was du nicht siehst

Bild: Ich höre was, was du nicht siehst

Bei diesem über einen längeren Zeitraum währenden, generations-übergreifenden Projekt kamen meist studierende jüngere Menschen mit teilweise noch berufstätigen, aber überwiegend bereits im Ruhestand befindlichen älteren Menschen zusammen, um für sie markante Punkte in Leipzig aufzusuchen und die damit verbundenen Erinnerungen in kurzen Hörgeschichten festzuhalten, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Aus dem personellen Wechselspiel von zumeist neugieriger Nachfrage und gelebtem Rückblick entstanden rund 40 Beiträge, die – ergänzt um zusätzlich recherchierte Informationen - mittels einer App zu einem audiophilen Stadtrundgang verknüpft werden. Das selbstständige Erlernen, wie man eine App konzipiert und umsetzt, und die verbundene Themenbereiche wie etwa Datenschutz bildeten den Schwerpunkt des Projektes.

Die Teilnehmenden stammen im Wesentlichen aus dem Medienclub Leipzig Löwen, die unter www.leipziger-loewen.org eine Webseite betreiben, auf der auch über das Projekt berichtet wird.

Der Initiator ist der GAM e.V., die Projektleitung lag zuletzt in den Händen von Rebekka Haubold.

Weltweit, aber auch in Deutschland geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Kann man in einer säkularisierten, kapitalistischen Überflussgesellschaft überhaupt noch altruistisch handeln? Oder muss man einfach egoistisch sein, um in dieser Welt voranzukommen?

Diesen Fragen gehen die Produzent_innen des Beitrags „Bist du egoistisch?“ nach. Entstanden ist eine nachdenklich stimmende Kollage aus einem lyrischem Text, welcher im Stil eines Poetry-Slams performativ vorgetragen und mit filmischen Mitteln künstlerisch-ästhetisch untermalt wurde.

Initiatorin ist Mirjam Bölts.

Der Poetry-Slam von Mirjam Bölts auf Facebook

Kalendergänger

Bild: Kalendergänger

 

In diesem generationenübergreifenden Projekt der Volkshochschule Leipzig veranstalten junge Menschen mit Senior_innen eine gemeinsame Fotojagd durch die Leipziger Innenstadt mit dem Ziel einen Kalender zum Thema „Demokratie in Leipzig“ zu erstellen.

In diversen Workshops konnten sich die Teilnehmenden politisch weiterbilden und bekamen eine Einführung in die Bereiche Kamerabedienung, Bildgestaltung oder Urheberrecht.

Ausgestattet mit diesem Wissen ging es gemeinsam auf die Suche nach geeigneten Orten und Motiven, welche die Teilnehmenden mit demokratischen Tugenden verbinden. In einem demokratischen Prozess wurden dann zwölf Motive ausgewählt und mit persönlichen Zitaten versehen.

Die 2500 gedruckten Exemplare wurden kostenfrei in Leipzig verteilt.

Friedliche RevoluMOtion

Bild: Friedliche RevoluMOtion

Wie nehmen junge Menschen die Ereignisse des Herbstes 1989 heute wahr? Unter dieser Fragestellung gestalteten Jugendliche im dreitägigen Herbstferienworkshop 2018 Friedliche RevoluMOtion, einen eigenen animierten Kurzfilm. Ausgehend von den Ereignissen der Friedlichen Revolution in Erfurt lernten sie mit der Museumspädagogin Judith Mayer die Dauerausstellung der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße kennen und spazierten mit einem Multimediaguide zu den Orten der Friedlichen Revolution in Erfurt. Die Teilnehmer_innen entwickelten unter der Anleitung des Medienpädagogen Kay Albrecht, eine Geschichte und einen Drehplan. Menschenketten, Kerzen, Stiefel, die Haftetage des MfS und die Andreasstraße mussten im Miniaturformat nachgebastelt werden. Per Legetrick bewegen sich die Gegenstände nun durch das Bild. Sequenzen aus realen Bildern und Legetrick wechseln sich im fertigen Film ab. Mit Student_innen der Uni Erfurt vertonte der Musikpädagoge Martin Rödiger im Anschluss die Bilder.

Das Projekt wurde mit Mitteln der Stiftung Ettersberg und des Lions Club realisiert.

Der Kurzfilm "Friedliche RevoluMOtion" auf YouTube

Ich habe die Grenzen überschritten“ – ein Filmprojekt mit geflüchteten Frauen

Bild: Ich habe die Grenzen überschritten“ – am Schnittplatz

Sechs Monate lang trafen sich 12 junge Frauen aus Syrien, Tunesien und der Türkei regelmäßig, um einen Film über ihren Weg nach Deutschland, ihr Leben hier und über ihre Erfahrungen und Wünsche zu realisieren.

Mit ihrer oftmals gefährlichen Flucht, ihrer Ankunft hier, in der Begegnung mit einer neuen und fremden Kultur haben alle Teilnehmerinnen im wörtlichen und metaphorischen Sinne zahlreiche Grenzen überschritten. Diese Grenzerfahrungen zu visualisieren, ihnen eine Stimme zu geben und sie aktiv am gesellschaftlichen Diskurs teilhaben zu lassen war Gegenstand des Projektes. Dabei lernten sie von der Planung über das Exposé- und Drehbuchschreiben bis zur Kameraarbeit und Endmontage alle Schritte des Filmemachens.

Ein Projekt des Offenen Kanals Magdeburg e.V. in Kooperation mit dem Internationalen Bund-Jugendmigrationsdienst Magdeburg und der Fraueninitiative Magdeburg e.V.

Die Dokumentation "Ich habe die Grenzen überschritten“ auf YouTube

Medienwelten von Kindern und Jugendlichen

Bild: Medienwelten von Kindern und Jugendlichen

Studierende des Fachbereichs Soziale Arbeit der Hochschule Merseburg produzierten im Rahmen der Lehrveranstaltung „Medienwelten von Kindern und Jugendlichen“ zwei thematische Studiosendungen. Zur Einführung nahmen die Teilnehmenden an Vorlesungen mit medientheoretischen und -pädagogischen Schwerpunkten teil. In den nachfolgenden Praxis-Workshops im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt lernten sie die Grundlagen des Ton- und Videoschnitts kennen und produzierten in Kleingruppen kurze Beiträge in Form von Erklärvideos zum selbstgewählten Thema. Die Beiträge und ein Experten-Talk wurden in die TV-Sendungen inhaltlich aufgenommen, welche nun im Programm des Offenen Kanals und in der Mediathek nachgeschaut werden können. Die Erklärfilme können von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen z.B. in der Bildungsarbeit frei genutzt werden.

Die angehenden Sozialpädagog_innen setzten sich während des Projektes intensiv mit jugendaffinen Medienangeboten auseinander und lernten gleichzeitig kreativ mit dem Medium Film umzugehen.

Medienwelten von Kindern und Jugendlichen – Studentische Kurzfilme Teil 1

Medienwelten von Kindern und Jugendlichen - Studentische Kurzfilme Teil 2

Hochschule Merseburg Offener Kanal Merseburg - Filme des Seminars „Medienwelten von Kindern und Jugendlichen“ 2017

Kategorie 4: Bestes Produkt eines Mitteldeutschen Medienkompetenzprojektes

500 Jahre Rapformation

Bild: 500 Jahre Rapformation

Was haben Rapmusik und die Reformation der Kirche miteinander gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Schüler_innen der 5. bis 9. Klassen, der Evangelischen Gemeinschaftsschule Erfurt, haben den Brückenschlag gewagt und einen Rapsong mit dem Namen „Rapformation“, anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums der Kirche, geschrieben.

Dazu wurde sich einerseits mit dem Leben und Schaffen Martin Luthers und andererseits mit der Technik des Sprechgesangs auseinandergesetzt, um anschließend die wichtigsten Fakten in Reimform zu bringen. Nach der Tonaufnahme entwickelten die Schüler_innen ein Drehbuch zur Umsetzung des Rapsongs in einem Musikvideo, welches in einer Projektwoche unter medienpädagogischer Begleitung, an historischen Wirkungsstätten Luthers in und um Erfurt gedreht und anschließend geschnitten wurde.

“500 Jahre Rapformation” ist ein Projekt welches klassischen Unterricht mit popkulturellen Elementen aufwertet und so ein Paradebeispiel für gelungenen zeitgemäßen Unterricht ist! Wer einem solch nachhaltigen Musikprojekt seine Stimme geben will sollte unbedingt für die Evangelische Gemeinschaftsschule Erfurt stimmen.

Lernhacks@school

Bild: Lernhacks@school

Lernhacks unterstützen Schüler_innen dabei, ihr Lernen selbst zu organisieren und smarter zu lernen. Lernhacks entlasten Lehrer_innen und können Lernprozessen neue, innovative Impulse geben.

Lernhacks sind Lernmethoden mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die wenig Aufwand erfordern und große Wirkung entfalten können. Sie können allein oder mit anderen Lernenden genutzt werden und sind sowohl für Lernverantwortliche geeignet, die Lernenden neue Impulse für die Entwicklung von Kompetenzen rund um agiles, selbstorganisiertes Lernen geben möchten, als auch für Lernverantwortliche und ihre Teams, bspw. das Kollegium einer Schule.

Lernhacks passen ideal in die Vor- und Nachbereitung eines Lernthemas zu Hause, als methodische Abwechslung bzw. Unterrichts- und Lernphase, zum Einstieg in ein neues Lernthema oder für Freiarbeits-, Projekt- und Selbstlernphasen.

Das Tool Set fördert eine agile Lern- und Arbeitsweise und entwickelt ganz im Sinne des lebenslangen Lernens ein Growth Mindset.

Disko, Dada, DDR – Jugend in der Planstadt

Bild: Disko, Dada, DDR – Jugend in der Planstadt

Sechs Schülerinnen und ein Schüler gingen auf Spurensuche, was die Stadt Hoyerswerda, die in den Jahren nach der Wende über die Hälfte an Einwohner_innen eingebüßt hat, zu DDR-Zeiten für die Jugend zu bieten hatte. Sie konzentrierten sich auf die 1980er Jahre, da ihnen diese Zeit besonders interessant erscheint.

In ihrem gut 16-minütigen Video sprechen sie mit zahlreichen Personen, die diese Zeit aktiv erlebt und teilweise auch mitgestaltet haben, erinnern an eine aufsehenerregende Performance in einem damaligen Jugendclub und vermitteln dem Zuschauer ihre Eindrücke in frischer und vielfältiger Weise – mit einem Rap-Song, mit selbst erstellten Animationen oder kurzen Filmsequenzen.

Initiiert von der Kulturfabrik Hoyerswerda und geleitet und konzipiert von Ina Züchner und Angela Schuster.

Friends 4.0

Bild: Friends 4.0

Kunst meets Social Media – so etwa könnte die Überschrift lauten, unter der ein künstlerisches Team des Festspielhauses in Dresden-Hellerau mit Schülerinnen und Schülern der 121. Oberschule Dresden-Prohlis und mit Jugendlichen aus dem übrigen Stadtgebiet zusammen kam, um über gut ein halbes Jahr hinweg ein Theaterstück zum Themenbereich Social Media und Digitale Welt einzustudieren und aufzuführen.

Teils durch Interviews, teils durch eigene Texte bilden sich Szenen, in denen die Jugendlichen als Schauspieler_innen, Tänzer_innen und Pantomimen thematisieren und auf die Bühne bringen, was sie bei ihrem täglichen Umgang mit Smartphones, Suchmaschinen und sozialen Netzwerken beschäftigt und berührt.

Durch ihre Begeisterung für Tanz, Bewegung und Musik motiviert und um multimediale Zuspielungen ergänzt entstand auf diese Weise ein knapp einstündiges Tanztheaterstück, das Mitte Juni 2018 aufgeführt wurde.

Initiativeund Konzept stammen von Yeri Anarika, die zusammen mit Caroline Beach auch die Choreografie ausübte. Konrad Behr nahm sich der Technik an und Angelika Boschütz der Koordinierung mit der Oberschule.

Alles hat seine Zeit

Bild: Alles hat seine Zeit

„Alles hat seine Zeit“ lautete das gemeinsame Jahresthema für den Bereich „Musen & Medien“ am evangelischen Schulzentrum Leipzig.

Die Schüler_innen des Musen & Medien Profils haben sich mit dieser Thematik in vier Gruppen auseinandergesetzt und individuelle Ideen dazu entwickelt. Es entstanden Drehbücher, Storyboards und Drehpläne. Im Verlaufe des Schuljahres wurden, die geplanten Szenen gedreht: mitten in der Stadt, in der Natur, im Regen, im Wasser, in der Luft, in alten Gebäuden, zu Hause, in der Schule. Auch in der Produktionsphase lag der pädagogische Ansatz darauf, dass die Schüler_innen sich selbst organisieren und regelmäßig Feedback bekommen. Das betrifft nicht nur den Videoschnitt mit Premiere. Auch die Musik wurde selbst produziert. Hier werden die Potenziale von Mitschüler_innen genutzt und es entsteht ein lebendiger, zeitgemäßer und medial interaktiver Arbeitsprozess. Zum Schluss bleiben unzählige Erinnerungen an eine intensive Arbeitszeit mit erstklassigen Resultaten.

Frithjof Nürnberger initiierte das Projekt, das schauspielerische Coaching übernahm Bernhard Biller.

 

Ein kurzes Leben

Bild: Ein kurzes Leben

Der Film „Kurzes Leben“ greift das ernste Thema „Mobbing“ auf und schafft es, in nur vier Minuten den Zuschauer zu fesseln. Wir sehen, wie ein Mädchen zu einer Jugendlichen und zu einer jungen Frau, mit Familie und Baby, heranwächst. Aber: All das ist nie geschehen! Mitten im Film wird der Zuschauer plötzlich in die Jugendzeit zurückgeworfen und mit einem Szenario aus Mobbing und den heftigen Folgen bis hin zum Suizid konfrontiert. Die Idee, aber auch die technische Umsetzung sind bemerkenswert! Die komplette Bandbreite an Einstellungsgrößen, gut gewählten Perspektiven und Kamerabewegungen kommen zum Einsatz und gestalten den Film abwechslungsreich und kurzweilig. Die Musik passt zur Gefühlslage und hinterlässt beim Zuschauer ein Gänsehautgefühl.

Der Film ist 2018 aufgrund seiner Preiswürdigkeit mit dem Sonderpreis der Thüringer Staatskanzlei für die „Beste Medienproduktion von Kindern und Jugendlichen in Thüringen“ ausgezeichnet wurden.

Das Projekt realisierten Schülerinnen der Klassenstufe 8 des Evangelischen Ratsgymnasiums Erfurt unter Anleitung der Kunstlehrerin Anke Blasius.

Videobriefe nach Hause

Bild: Videobriefe nach Hause

Drei Monate lang trafen sich acht junge Frauen aus Syrien und sammelten Ideen und Geschichten zu Filmen, die sie als Videobriefe an Freunde und Verwandte in die Heimat schicken wollen. Unter künstlerischer Leitung von Susann Frömmer, Reem Alrahmoun und Imaan Shaaban werden die Videobriefe zum Anstoß, das neue Leben in Deutschland darzustellen und über Wünsche und Hoffnungen zu sprechen. Der Film zeigt Parallelen und Gegensätze zu ihrem früheren Alltag auf und bietet den Produzentinnen einen anschaulichen und konkreten Ansatz zur Reflexion.

Der Film wurde im Rahmen der Aktionswoche „Eine Stadt für alle – Initiative Weltoffenes Magdeburg“ im Januar 2019 im Volksbad Buckau präsentiert.

Ein Projekt des Offenen Kanals Magdeburg e.V. in Kooperation mit der Fraueninitiative Magdeburg e.V. und Meko e.V.

"Ein Traum vom Glück“ – gescheiterte Suche nach Freundschaft

Bild: „Ein Traum von Glück“ – gescheiterte Suche nach Freundschaft

In einem intensiven kreativen und mit hohem Lernzuwachs für alle Beteiligten verbundenen schöpferischen Prozess entstand der Kurzspielfilm "Ein Traum von Glück". Die Idee zum Film wurde aus biografischem Material und den Erlebnisberichten von Jugendlichen im Alter der jungen Filmemacher gespeist. Der Protagonist des Films gerät aus dem Wunsch nach stärkeren Kontakt zu einem Mädchen aus seiner Klasse, in das er sich verliebt, in eine Gruppendynamik, der er sich kaum noch entziehen kann und für die der Film bewusst keine Auflösung bereithält. Der Film verhandelt für Jugendliche relevante Themen wie Wunsch nach Zugehörigkeit, Einsamkeit, Sprachlosigkeit und die Suche nach Glück oder der Versuch der kurzen rauschhaften Erfahrung desselben. Das Aufwachen danach, das Scheitern ...

Die Projektleitung übernahm die betreuende Lehrerin Susanne Blechschmidt.

Kategorie 5: Beste Idee für die Realisierung eines Mitteldeutschen Medienkompetenzprojektes

DIA – „Die Influencer Academy“ – ein medienpädagogisches Drama Game (Erfurt. Thüringen)

Bild: DIA – „Die Influencer Academy“ – ein medienpädagogisches Drama Game

Als Drama Game bezeichnet man ein Rollenspiel-Szenario mit einer Bildungsperspektive.

Die Teilnehmenden durchleben in ihrer Spielrolle als angehende lnfluencer typische Situationen eines Content-Creators und erfahren, was es heißt, medial „always on“ sein zu müssen. Sie erhalten dadurch eine Vorstellung von dem System Influencer. Dies beinhaltet die Vermittlung von Wissen und Erfahrungen über die werbestrategischen und marktwirtschaftlichen Hintergründe, Motivationen von lnfluencern, mediale Darstellungsstrategien und Arbeitsweisen von lnfluencern. Die Teilnehmer erhalten einen erlebnisorientierten Einstieg, in dem sie als Protagonist_innen unmittelbar in das System einsteigen, Aufgaben lösen müssen und in Lebens- und Arbeitsweltsituationen von lnfluencern bestehen müssen. Am Ende stehen die Reflexion der Erfahrungen und die Justierung des Blickes auf das Dasein von lnfluencern.

Einreicher ist das Thüringer Medienbildungszentrum der TLM.

Blickwechsel - Dokumentarfilme im Dialog der Generationen

Bild: Blickwechsel – Dokumentarfilme im Dialog der Generationen

Die Leipziger Dok-Filmwochen GmbH möchte Menschen unterschiedlichen Alters dazu einzuladen, sich einen herausragenden Dokumentarfilm zu einem gesellschaftsbezogenen bedeutsamen Thema gemeinsam anzuschauen und sowohl über den Film als auch das dortige Thema ins Gespräch zu kommen.

Anschließend besteht die Möglichkeit, ein Feedback in einer gesonderten Video-Aufnahmekabine, die aussieht wie ein alter Passfoto-Automat, in einer Länge von bis zu vier Minuten zu hinterlassen.

Das Videomaterial, das auf diese Weise zusammenkommt, soll zu einem gesonderten Kurzdokumentarfilm gebündelt und zusammengefasst werden.

Das Projekt möchte den Blick auf das Medium Dokumentarfilm in seiner Vielfalt und Relevanz erweitern und die Teilnehmenden anregen, ihre Sicht der Dinge zu hinterfragen und sich auf einen Blick über den eigenen Tellerrand einzulassen.

Geplant sind drei bis fünf Veranstaltungen mit jeweils rund 100 Personen aller Altersstufen.

Radiotage in der Neustädter Passage

Bild. Radiotage in der Neustädter Passage

In dem Projekt sollen noch dieses Jahr in Zusammenarbeit mit Corax e.V. und der Kulturwerkstatt „Grüne Villa“ ein Radiostudio in der Öffentlichkeit entstehen. In der Neustädter Passage im Stadtteil Halle-Neustadt werden Jugendliche ab 13 Jahren eine zweistündige Livesendung für Radio Corax gestalten.

Dabei stehen für die Teilnehmenden nicht nur die technischen Aspekte der Radiogestaltung im Vordergrund. Die Inhalte werden von den Jugendlichen im Stadtteil gesammelt und on air diskutiert. Passant_innen, Anwohner_innen und Geschäftsbetreibende werden ein Teil der Sendung.

Dadurch erhalten die Jugendlichen die Gelegenheit eine öffentliche Plattform für sich zu schaffen und Themen, die ihnen wichtig sind, zu diskutieren.

Konzert für Bratpfanne und Orchester

Bild: Lukas Gojda; Konzert für Bratpfanne und Orchester

… ist ein 40 Jahre alter Kinderfilm. Wie kann man damit Sehgewohnheiten von Grundschulkindern sensibilisieren, um sie für das Medium ganz neu zu begeistern und einen historischen Blick zu entwickeln? In einer Projektwoche sollen verschiedene Aspekte ausprobiert und erforscht werden:

1.) Hauptfigur Bum entlockt mit seinen Freunden Bratpfannen und anderen Dingen musikalische Töne. Das können und sollen Kinder auch heute nachmachen! Ganz spielerisch wird sich dabei der Gemachtheit von Tönen und Geräuschen im Film genähert.

2.) Im Film gibt es eine animierte „tanzende“ Teekanne. Mit Tablets, passenden Apps und lustigen Gegenständen versuchen die Kinder selbst einmal, einen Gegenstand zum Tanzen zu bringen.

3.) Der Film wird im Rahmen eines analogen Filmfestivals in Jena aufgeführt. Den Kindern wird so das 35mm-Filmmaterial und auch der dazu gehörende Projektor gezeigt und erklärt.

4.) Als Gäste zum Festival sind die beiden Hauptdarsteller eingeladen, die nicht nur 40 Jahre älter sind, sondern denen die Kinder hautnah Fragen stellen dürfen. Diese sollen mit einem Aufnahmegerät aufgezeichnet werden.

Das Konzept für das Projekt wurde entwickelt vom FILM e.V. Jena.

Mehr über das Projekt auf film-jena.de

OER Workshopreihe – wir erstellen freie Bildungsmaterialien

Bild: OER Workshopreihe – wir erstellen freie Bildungsmaterialien

Open Educational Resources (OER) sind Lehr- und Lernmaterialien, die unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden. Die Lizenz ermöglicht es den kostenlosen Zugang sowie die rechtlich bedenkenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung von Bildungsmaterialien jeder Art. Ob Arbeitsblätter, Quizze oder Erklärvideos, die medialen Formen sind vielfältig und die Potenziale für die Bildungsarbeit enorm.

Der Offene Kanal Merseburg-Querfurt möchte eine OER-Workshopreihe ins Leben rufen und pädagogische Fachkräfte, Lernende, Studierende oder Interessierte dazu befähigen, eigene Lehr- und Lernmaterialien zu erstellen. Unter Einsatz von „Freier Software“ sollen die Teilnehmenden eigenes Bildungsmaterial planen und produzieren. In der Gruppenarbeit werden die OER-Materialien getestet, verbessert und schließlich veröffentlicht. Fachkundige Experten stehen im Workshop den Teilnehmende zur Seite und geben hilfreiche Tipps. Die Bereitstellung von freien Bildungsmaterialien leistet einen Beitrag für Qualität, Chancengleichheit, Inklusion und Offenheit in der Bildung.

Mehr zu den OER Bildungsmaterialien

Senior_innenarbeit - mediale Nutzung

Bild: Martinan – Fotolia.com

Eine umfassende und nachhaltige (Medien-)Bildungsarbeit wird häufig in den Kontext lebenslangen Lernens gesetzt. Parallel zu gesellschaftlichen Veränderungen sollte die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit auch die Möglichkeiten zur Teilhabe und zum zeitgemäßen Lernen haben. Dadurch kann Gefühlen der Ablehnung moderner Lebenswelten und gesellschaftlicher Veränderungen durch Kompetenzstärkung entgegengewirkt werden.

Häufig endet aber ein umfassender Bildungsprozess mit dem Einstieg in das Berufsleben und kann mit zunehmendem Alter zu mehr und mehr Frustration führen. So kollidieren häufig junge und moderne Lebensentwürfe mit den älteren und konventionelleren Biographien.

In einer Zeit des demographischen Wandels, in der mehr und mehr Menschen ein hohes Alter erreichen und den Wunsch und das Recht auf eine gute Lebensbewältigung haben, in der globale Distanzen Familien örtlich auseinanderziehen und ländliche Konsum- und Medizinstrukturen zunehmend verschwinden, muss man ältere Menschen dazu befähigen, Medien gewinnbringend zu nutzen, um das eigene Leben aufzuwerten, sie aber auch vor Gefahren zu schützen. Es lohnt sich also auch die ältere Zielgruppe nicht aus den pädagogischen Augen zu verlieren, gerade im Hinblick auf die Möglichkeiten intergenerationalen Lernens.

Das Nominierungsverfahren

Jeder der vier beteiligten Ausrichter traf für sich eine Vorauswahl aus jenen Einreichungen, die in seinem Bundesland entstanden sind oder dort realisiert werden sollen. Der MDR trifft diese Vorauswahl bezogen auf alle drei mitteldeutschen Bundesländer.

Dabei wählt er aus allen Einreichungen für jede der fünf Kategorien seine beiden Favoriten aus. Bei vier Ausrichtern kommen auf diese Weise acht Nominierungen in jeder Kategorie zusammen.

Die insgesamt nominierten Projekte, Produkte und Ideen wurden im Mai 2019 an dieser Stelle bekannt gegeben.