Auf einem Grenzschild der DDR mit der Aufschrift "HALT Staatsgrenze! Passieren verboten!" klebt 2000 ein Preisschild. REchte/Quelle: IMAGO Copyright: imago/teutopress

Wer heute 16 Jahre alt ist, hat die deutsche Teilung nicht mehr selbst erlebt, kennt auch als Thüringer Schüler die DDR nur aus den Erzählungen der Eltern und Großeltern. Im Projekt „abschnitt 39a“ haben sich eine west- und eine ostdeutsche Schulklasse gemeinsam mit der Zeit vor dem Fall der Grenze beschäftigt.

Angeleitet von der Point Alpha Akademie in Geisa bereiteten sich Schüler der Gesamtschule Baunatal bei Kassel und der Regelschule Berga/Elster am Südharz zunächst im Unterricht auf das Thema vor. Bei der Recherche befragten sie unter anderem Zeitzeugen in ihren eigenen Familien und lasen sich in die Themenkomplexe Schule, Freizeit, Flucht und Familie ein. Im Mittelpunkt standen dabei die Erfahrungen früherer Generationen gleichaltriger Jugendlicher in BRD und DDR sowie ihre Konflikte.

Bei einem gemeinsamen Projekttag tauschten sie erste Ideen für gemeinsame Filmprojekte aus. Anschließend sollten sie die Skizzen in Chatgruppen über die Distanz weiter diskutieren. Ein halbes Jahr später trafen sie sich erneut in Geisa, um die Filme bei einer gemeinsamen Projektwoche zu drehen und zu schneiden. Herausgekommen sind vier Streifen unterschiedlicher Genres, von der Interviewdokumentation über den Musik- bis zum Kurzspielfilm.

Der medienpädagogische Ansatz richtet sich allerdings nicht nur auf die Filmproduktion sondern bezieht auch die Erfahrung der Diskussion in der Online-Kommunikation ein. Sie stellte die Schülergruppen vor eine Herausforderung. Obwohl die Jugendlichen in ihrer Freizeit ständig auf die Dienste zugreifen zeigten sich beim Projekt komplexe Anforderungen hinsichtlich Moderation und Strukturierung der Gespräche.