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Beim Projekt HistoryCraft setzten sich Jugendliche mithilfe des Computerspiels Minecraft mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinander. Nach dem Lego-Prinzip des Spiels programmierten sie einen virtuellen Rundgang durch die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Lichtenburg in Sachse-Anhalt. Dem Projekt gingen Diskussionen voraus, ob die Nutzung eines Spiel dem ernsten Thema gerecht wird. Die Organisatoren an der Evangelischen-Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg kamen schließlich zum Ergebnis, dass die Möglichkeiten überwiegen.

Das Medium Computerspiel motivierte die jugendlichen Teilnehmer auf der einen Seite dazu, sich intensiv mit dem Konzentrationslager und der Geschichte seiner Häftlinge auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite wurden sie von passiven Konsumenten zu aktiven Produzenten, indem sie ihr Wissen über die Geschichte des Lagers in das Spiel umsetzten. Die dabei entstandene virtuelle Minecraft-Umgebung können sich andere Spieler kostenlos herunterladen. Wer den Rundgang im Spiel betritt, muss verschiedene Aufgaben lösen, in denen die Geschichte der Häftlinge und ihr Schicksal im Lager erzählt werden. Darunter sind der Kommunist Ernesto Kroch und der sozialdemokratische Kommunalpolitiker Ernst Reuter.